| Geschichte der Sternwarte auf dem Passauer
Oberhaus
von Rainer Klemm Seit 1962 werden Beobachtungen
des Sternenhimmels vom Passauer Burgberg vorgenommen. Den Anstoß
machten hochrangige Funktionäre des Deutschen Jugendherbergswerkes,
die Herren Dr. Graßl und Dr. Huber, gebürtige Passauer,
die der Passauer Jugend durch die Stiftung zweier Teleskope die 'Erforschung
des gestirnten Himmels' ermöglichen wollten.
Der 68mm Refraktor von Kosmos bei
1970 war es dann nach langem Weg durch die Instanzen, Genehmigungsbehörden und sonstigen Hindernissen, die der jugendlichen Begeisterung aber nicht standhalten konnten, endlich so weit. Der Burgberg 100m über der Stadt erhielt seine erste bescheidene Sternwarte. Der Kreis der Unentwegten war noch klein, hinzugesellt hatten sich Herr Reinhart Sitter und Herr Jürgen Zimmer, fortan bestimmte das Dreigestirn die Entwicklung der Astronomie auf dem Oberhaus. Im 9qm grossen 'Observatorium' hielt ein 125mm/f12 Refraktor von Wachter Einzug und war bis 1983 das Hauptinstrument der kleinen Sternwarte.
Die erste Sternwarte, 1970 gebaut,
1982 war den ständig nach Erweiterung und lichstärkerem Gerät sinnenden Sternwartlern der nächste Ausbauschritt gelungen. Ein 12qm grosser Anbau wurde eingeweiht, in dem schon nach kurzer Zeit ein lichtstarkes Spiegelteleskop mit 300mm Hauptspiegeldurchmesser/F6 Aufstellung fand. Zugegeben, die Alt 5- Montierung zeigte dann und wann, dass der schwere Tubus schon etwas nahe am Grenzbereich angesiedelt war. Aber das Tor zu den Galaxien und Nebeln ward aufgestossen.
Das 300mm Spiegelteleskop
1992, wie leicht nachvollziehbar, stellte das 30jährige Jubiläum der Astronomie auf dem Oberhaus dar. Unser Förderer und Unterstützer im Jugendherbergsgeschehen, der mittlerweile im Ruhestand befindliche Sepp Eizenhammer, inspirierte uns zu einem umfangreichen Erneuerungsprogramm auf dem Förderband des Jubiläums. So strapazierten wir das Raumangebot der alten Sternwarte bis an die Grenzen und installierten im 12qm grossen Anbau ein neues, computergesteuertes 500mm-RC-Spiegelteleskop, mit dem auch im immer lichtverschmutzteren Passauer Umfeld mit Hilfe von Filtern spektakuläre Beobachtungen möglich wurden.
Die beiden Schubdachhäuser nach
der Renovierung
1999 musste all das bis zu dem Zeitpunkt auf dem Burgberg an astronomischer Bausubstanz erstellte einer grossen Sanierungsaktion des 'Neuen Walles', auf dem die Sternwarte stand und steht, weichen.
Das Krachen der Baggerschaufel
beim Abriss ist mir lange nicht aus dem Gedächtnis gewichen – aber
heute ist die Freude an unserer neuen und sehr gut ausgestatteten Sternwarte
ungetrübt – nur manchmal finden die Gedanken zurück – 1964 –
wie war das ?
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