Ereignisse 2004 - 2. Jahreshälfte 

- Mond-Ansicht
- Geminiden-Sternschnuppen
- Totale Mondfinsternis vom 28. Oktober 2004
- Der Adlernebel
- Mitglieder der Sternwarte Passau in Namibia
- Starke Sonnenaktivität


Mond-Ansicht

In den Tagen kurz nach dem zunehmenden Halbmond verläuft die Tag-/Nachtgrenze auf dem Mond über besonders reizvolle Landschaften; diese treten dann aufgrund der dort tiefstehenden Sonne und dementsprechend langen Schattenwürfe eindrucksvoll hervor.

Das untenstehende Bild hat M. Dähne mit einer Webcam an einem 90mm-Refraktor aufgenommen. Es zeigt einen Ausschnitt aus dem Nordrand des Mare Imbrium, einem der dunklen Basaltgebiete, die schon mit blossem Auge zu sehen sind. Aus dem Mare ragen die Teneriffa-Berge bis zu 2400m hoch auf. Die gleiche Höhe erreichen die Mond-Alpen. Der Krater Plato hat einen Durchmesser von etwa 100km. 


M. Dähne


Geminiden-Sternschnuppen
 
Mitte Dezember können in jedem Jahr die Geminiden-Sternschnuppen (=Meteore) beobachtet werden, einer der aktivsten der jährlich wiederkehrenden Meteorströme. Anders als bei anderen Meteorströmen stammen die Geminiden-Partikel nicht von einem gewöhnlichen Kometen ab, sondern von einem Himmelskörper namens Phaethon, der wahrscheinlich einem Asteroiden ähnelt. 

In der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember war das Maximum zu beobachten, dutzende Sternschnuppen konnten bei klarem Himmel gesehen werden. Ein dunkler Himmel ausserhalb der Siedlungen machte sich bezahlt, da einige Sternschnuppen nicht sonderlich hell waren. Helle Exemplare zeigten ein oft mehrere Sekunden dauerndes Nachleuchten.

Das Bild links zeigt oben das markante Sternbild Orion, mit den drei Gürtelsternen in seiner Mitte. Der schwache dünne Strich am Himmel rechts unten ist ein Geminiden-Meteor.
Aufnahme: M. Dähne


Totale Mondfinsternis vom 28. Oktober 2004

Am Morgen des 28. Oktober wanderte der Mond - zum zweiten Mal in diesem Jahr - durch den Kernschatten der Erde. Leider spielte das Wetter dieses Mal bei weitem nicht so gut mit wie bei der Finsternis am 4. Mai: Einige Wolken, v.a. aber Nebel und Hochnebel trübten den Blick. Lediglich in höheren Lagen sowie am Föhn-beeinflussten Alpenrand konnte man das Schauspiel geniessen.

Die nächste Mondfinsternis können wir im September 2006 sehen.
 


Markus Dähne beobachtete in Schliersee 
(Oberbayern).
80/480mm-Refraktor, 2x-Barlowlinse, 
Kodak Elitechrome 100 ExtraColour.

Marcus Schrimpf entkam dem Nebel auf
dem Geiersberg bei Hauzenberg. 
Digitalkamera an einem 114mm-Newton-Teleskop. 
Das Bild zeigt die partielle Phase um 3h43.


Der Mond vollständig im Erdschatten, um 5h29.
M. Schrimpf


Der Adlernebel

Im Sternbild Serpens Cauda, zu deutsch 'Schwanz der Schlange', befindet sich der grossartige Adlernebel (M 16). Leuchtend roter Wasserstoff bildet zusammen mit anderen Gasen und interstellarem Staub das Baumaterial für neue Sterne. Der Adlernebel ist mehr als 6.000 Lichtjahre von uns entfernt.

Das Foto gelang Florian Steimer, Wolfgang Dobler übernahm die Bildverarbeitung im Computer.


Mitglieder der Sternwarte Passau in Namibia

Markus Dähne und Alfons Weber reisten im August 2004 mit amateur-astronomischer Ausrüstung ins südliche Afrika, um den von Mitteleuropa aus nicht oder nur schlecht sichtbaren Teil des Himmels zu beobachten und zu fotografieren. Einige Eindrücke, aufgenommen von M. Dähne auf Diafilm, sind unten zu sehen.
 

Landschaftliche Impressionen aus dem Westen Namibias.


Rechts: Die Gegend um Antares, 
dem Hauptstern des Skorpions, mit den farbenprächtigen Gas- und Staubwolken.

Unten: Der grossartige Eta-Carinae-Nebel und der 
Sternhaufen NGC 3532 (re.oben).


Blick in die Richtung, in der das Zentrum unserer Milchstrasse liegt. Die 
obere Bildhälfte wird von unzähligen Sternen erhellt, während unten dunkle 
Staubwolken dominieren. Rechts ist der rote Lagunen-Nebel zu erkennen, 
links die beiden Sternhaufen M7 (oben) und M6.


Die Grosse Magellansche Wolke, eine Zwerggalaxie, ist 
ein Begleiter unserer Milchstrasse. In ihr sind - wie in unserer 
Milchstrasse - zahllose rote Gasnebel zu erkennen, allen 
voran der helle Tarantel-Nebel.


Sternspuren um den Himmelssüdpol.
Die Kamera wurde einfach auf ein Stativ gestellt. Infolge der 
Erddrehung wurden die Sterne während der 2stündigen 
Belichtung zu Strichen verzogen.
Das breite helle Band in der rechten Bildhälfte ist die Milchstrasse,
die beiden leicht verschwommenen Strichspuren in der linken 
Hälfte sind die beiden Magellanschen Wolken, die Begleit-
Galaxien unserer Milchstrasse.


Starke Sonnenaktivität

Im Juli 2004 zeigte die Sonne wieder erstaunlich starke Aktivität, obwohl das Aktivitätsminimum nicht mehr sonderlich fern ist. Die Bilder unten zeigen eindrucksvolle Sonnenflecken und Protuberanzen.

Weitere Infos zu unserem Tagesgestirn gibt es hier.


Oben: Sonnenbilder im H-Alpha-Licht.
(M. Dähne)


Grosse Sonnenfleckengruppe.
(R. Klemm)



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